Geschichte der Sankt Matthias Bruderschaft Altenwied
Die Schäden des Dreißigjährigen Krieges waren kaum vergessen, da forderte die Pest ihre Opfer. Sie war auch früher schon aufgetreten. 1575 war ihr der Pastor von Windhagen mit seinem ganzen Hause erlegen und mit ihm wohl viele Einwohner. 1664 wurde das Buchholzer Land heimgesucht. Innerhalb von fünf Tagen starben 15 Erwachsene aus Jungeroth-Büllesbach (18 Höfe). 1666 brachte Naliß von Thelenberg sie Ende September von der Traubenlese am Rhein mit nach Hause. Neustadt wurde „schleunig und ganz“ heimgesucht, Windhagen „fast überall“, so berichtet ein Zeitgenosse. In Asbach gab es häufig 3, 4, 5 und 7 Tote an einem Tage. Dabei sind längst nicht alle Opfer der Pest eingetragen, es waren ihrer zu viele. Die Folgen waren verheerend. Familien wurden auseinandergerissen, Kinder wuchsen in fremden Häusern auf, Hofstätten standen leer, in Elsaff allein 5, darunter der Hillenhof, der zur Asbacher Vikarie gehörte und in der Folge nicht mehr besiedelt wurde. Junge Eheleute konnten ohne Weiteres einen verlassenen Hof unter den Pflug nehmen. Bis nach 1730 sind Auseinandersetzungen um solche entfremdeten Höfe nachzuweisen. So steckt auch in der Neustädter mündlichen Überlieferung vom Ammericher Pestkreuz ein wahrer Kern: Strauscheid (5 Höfe) sei bis auf eine Frau ganz ausgestorben. Die Fuhrleute, welche die Leichen von Weißenfels (4 Höfe), Rahms (6 Höfe) und Ammerich (3 Höfe) nach Neustadt fuhren, hätten am Ammericher Kreuz vom Wagen gefallene Leichen bis zum nächsten Tag niedergelegt, „da sie dann ja doch wieder fahren müssten“.Dieser großen Pestzeit folgten noch zwei kleinere. Im Juli und August 1709 wurde der Vettelschosser Bezirk heimgesucht, vom Februar bis in den Mai 1716 das gesamte Land. In Asbach forderte die Seuche mindestens 35 Tote. Das Volk stand ihr hilflos gegenüber. Es wird überliefert, dass man sich gegeneinander absonderte und vom Nachbarn fernhielt. Auf dem Herd wurden Wacholder und aromatische Kräuter als Schutz vor Ansteckung verbrannt, aber Rettung konnte nur vom Himmel kommen. Von Linz und Erpel zogen jährlich Prozessionen nach Trier zum Grab des Hl. Apostels Matthias. Ihnen schlossen sich Nachbarschaften aus dem Amt Altenwied an, opferten eine Kerze am Apostelgrab und flehten um Bewahrung vor kommendem Unheil. Diesen vorerst privaten Bittgängen, die wohl aus dem Vettelschosser und Windhagener Bezirk kamen, schrieb man das Erlöschen der Seuche zu. In Vettelschoss hielt das „Pestmännchen“ die Erinnerung an diese Zeit wach. Auf dem Dachreiter der alten Kapelle stand als Wetterfahne eine Eisenscheibe mit den Umrissen einer menschlichen Gestalt, das „Pestmännchen“ genannt.
Die Teilnahme an der Trierer Prozession wurde zur Gewohnheit. Bald kam der Gedanke auf, eine eigene Prozession nach Trier zu halten. Die Anregung kam wohl von den Schöffen Kurtenbach aus Vettelschoss sowie Kirschbaum, Heuser und Hallerbach aus Windhagen. 1722 zog zum ersten Mal eine Prozession aus der Kirche in Windhagen nach Trier. Die übrigen Schöffen des Amtes stimmten freudig bei. Durch ein feierliches Versprechen verpflichteten sie sich zu einer jährlichen Prozession zum Grab des Hl. Matthias aus dem gesamten Amt Altenwied und errichteten eine Bruderschaft zu Ehren des Hl. Apostels Matthias. In den ersten Jahren zog man aus der Kirche in Windhagen aus. Bald aber verteilte man die Organisation auf das gesamte Amt, wählte in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Brudermeister aus der Pfarrei Asbach, in den beiden nächsten Jahren aus den Pfarreien Neustadt und Windhagen und zog aus der Pfarrkirche des jeweiligen Brudermeisters aus. Er wurde am St.-Matthias-Tag gewählt, ging in diesem Jahr als Bruderknecht mit der Prozession, lernte den Weg und die Gebetsordnung kennen und führte im folgenden Jahr die Prozession als amtierender Brudermeister. Bald schon wurde eine Fahne beschafft. Während des Jahres wurde sie in der Pfarrkirche des Brudermeisters aufbewahrt. Sie hatte den Vorrang, bei Pfarrprozessionen an erster Stelle mitgetragen zu werden. Ebenso ging der Brudermeister als erster Vorbeter in der Prozession.
Innerhalb der Pfarreien des Amtes stand die St.-Matthias-Bruderschaft völlig selbstständig da. Jede Pfarrei hatte seit alter Zeit ihre eigene kirchlich anerkannte Bruderschaft. Mit ihr war die Vikarstelle (Frühmesserstelle) verbunden, sie diente der religiösen Unterweisung (Schulvikarie) und der karitativen Hilfe. Die Überschüsse der Bruderschaften, die mit Ländereien und Kapitalien bestiftet waren, wurden als Darlehen an bedürftige Nachbarn zu 4 % Zins ausgeliehen. Dieser Übung schloss sich auch die St.-Matthias-Bruderschaft an. Auch sie verlieh ihre Überschüsse weiter. Die Pfarrer wurden zu den Rechnungslegungen zugezogen, ihre Autorität sicherte die geordnete Durchführung.
Die Unkosten der Bruderschaft wurden von Anfang an durch eine freiwillige Hauskollekte gedeckt. Als „Trierer Kerzenopfer“ ist sie bis heute üblich. Mit einer kleinen Geldspende empfehlen sich die Familien in den Schutz des Hl. Matthias und in das Gebet der Trierer Pilger. Die Höhe des Opfers entwickelte sich zu einer festen Form. Man gab 2 Pfennig, 10 Pfennig, und von Begüterten erwartete man ein „Kastenmännchen“ (50 Pfennig). Davon wurde am Apostelgrab in Trier eine 10-pfündige Kerze geopfert. In der St.-Matthias-Basilika fand ein feierliches Amt statt, ebenso am St.-Matthias-Tag in der Pfarrkirche. Der Bruderknecht erhielt bei der Wallfahrt einen Taler, der Brudermeister drei, der Fahnenträger vier. Auch die Bruderkarre, die das Gepäck der Pilger mitführte, musste entlohnt werden. Bei der Abrechnung blieb meist ein kleiner Überschuss, der dann ausgeliehen wurde. Das Trierer Kerzenopfer kam nicht nur aus dem Amt Altenwied zusammen. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde es auch in Ohlenberg, Kasbach, Ockenfels, Dattenberg, Ariendorf und Leubsdorf eingesammelt und der Altenwieder Bruderschaft übergeben. In diesem Bezirk war bis zum Ersten Weltkrieg auch die Teilnahme an der Altenwieder Prozession üblich. Auch in den Pfarreien Waldbreitbach und besonders Kurtscheid hatte die Prozession ihren Freundeskreis.
Die Wallfahrt nach Trier war der jährliche Höhepunkt der Altenwieder Bruderschaft. Bis zum Jahre 1916 ging sie als Fußprozession. Am Samstag nach Christi Himmelfahrt zog man aus der Pfarrkirche des amtierenden Brudermeisters aus, übernachtete in Mayen, blieb am zweiten Abend in Lutzerath, am dritten Abend in Schweich und erreichte am Dienstag gegen 10.00 Uhr Trier. Einen Tag weilte man am Grab des Hl. Matthias, war am Mittwochabend in Klausen, übernachtete am Donnerstag in Straßenhaus, am Freitag in Leutesdorf und war am Vorabend von Pfingsten wieder daheim. Eine breit angelegte Gebetsordnung schloss alle Bereiche kirchlichen und menschlichen Lebens in ihre Abbitte und Fürbitte ein. Bei der Wallfahrt am 5. Juni 1826 führte man das namentliche Gedenken der in den letzten 12 Jahren verstorbenen Pilger ein. Ihre Namen wurden nach dem Todesjahr verlesen. Auch die Daheimgebliebenen waren in die Gebetsgemeinschaft der Trierer Pilger eingeschlossen, und manche Familie sicherte sich das besondere Gedenken durch eine Stiftung an die Bruderschaft. Die Trierer Wallfahrt erfreute sich großer Beliebtheit, und es werden nicht viele Einwohner des Amtes gewesen sein, die nicht wenigstens einmal im Leben die „Brüder- und Schwesternwallfahrt“ mitgemacht haben. Vielen wurde sie zur lieben Gewohnheit, 25-jährige Jubiläen waren nicht selten.
Kamen schwierige Zeiten über die Heimat, wurde auch die St.-Matthias-Bruderschaft betroffen. Im Zuge der Aufklärung wurden alle Wallfahrten 1784 verboten. Die Bruderschaft wählte weiter ihren Brudermeister und verwaltete ihr kleines Vermögen. Wallfahrten scheinen von 1783 bis 1786 nicht stattgefunden zu haben. Ebenso unterblieb die Wallfahrt von 1796 bis 1798, die Heimat war Kriegsschauplatz. Aber auch in dieser Zeit legte man Wert darauf, dass wenigstens ein paar Mann nach Trier pilgerten und die St.-Matthias-Kerze opferten. 1787 wurde die Kaplanei Buchholz errichtet, dabei musste auch die Schulfrage in Buchholz geklärt werden. Die Zinsen des Bruderschaftsfonds wurden dem Schulfonds zugewiesen. Die Bruderschaft hatte ein Vermögen von 240 Talern, 63 Albus und 3 Heller. Es stammte aus den Überschüssen der jährlichen Opfer. Es wurde 1840 endgültig dem Schulfonds überwiesen. Seit dieser Zeit bildet die St.-Matthias-Bruderschaft keinen eigenen Fonds mehr. Überschüsse werden am Grab des Hl. Matthias niedergelegt oder den Pfarreien zur freien Verfügung übergeben.
Das von der St.-Matthias-Bruderschaft gepflegte religiöse Brauchtum kann für die beiden vorigen Jahrhunderte nicht leicht zu hoch eingeschätzt werden. Da war ihre Gründung aus der Not der Pestzeit. Sie war die amtliche Wallfahrt des gesamten Amtes Altenwied, der sich auch die Nachbargemeinden freudig anschlossen. Die Brudermeister waren in den allermeisten Fällen die Schöffen des Amtes. Sie fühlten sich auch hier als Beauftragte und Sachverwalter ihrer Pfarreien und Gemeinden. Nach der Auflösung des kurkölnischen Amtes Altenwied 1803 führten die vier Pfarreien die Bruderschaft und die Wallfahrt in gewohnter Weise weiter. Die politische Ordnung hatte sich verschoben, die Gemeinsamkeit der Trierer Wallfahrt war geblieben. Auch die nach 1820 stärker betonten Diözesangrenzen – Neustadt gehört mit Vettelschoss und St. Katharinen zur Trierer Diözese, Asbach, Buchholz und Windhagen gehören zur Kölner Erzdiözese – mit ihren verschieden verlaufenden Entwicklungen hatten darauf keinen Einfluss. Auf den vier Brudermeisterstäben, die 1843 neu beschafft wurden, steht neben dem Bild des Hl. Matthias die Inschrift: „Amt Altenwied 1843“. Damals war das Amt schon 40 Jahre aufgelöst.
Josef Schäfer
ehemaliger Brudermeister
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Wallfahrt zum Erliegen, aber seit 1978 wird wieder gepilgert. Hermann Josef Klein aus Asbach, der zunächst mit der Bruderschaft aus Bad Honnef nach Trier gepilgert war, initiierte die Wallfahrt aus dem Bereich Altenwied neu. Heute steht die Wallfahrt jedes Jahr unter einem festen Gebetsmotto, das die Erzbruderschaft in Trier ausgewählt und mit Texten aus der Bibel unterlegt hat. Hierzu gestalten die Pilger an mehreren Stationen täglich kurze Betrachtungen, deren Texte auch in die Gebetsmeinung der einzelnen Rosenkränze, die unterwegs gebetet oder gesungen werden, einfließen. Die eine oder andere Statio mit Gebeten und Liedern an Kreuzen und in Kapellen am Weg rundet den religiösen Teil der Wallfahrt ab.
Am Morgen des Festes Christi Himmelfahrt, nach der Heiligen Messe und der Spendung des Reisesegens, machen sich die Pilger auf den Weg nach Linz. Von dort bringt der Bus sie bis in die Eifel. Von Kehlberg bis Daun verläuft der weitere Pilgerweg des ersten Tages. Am zweiten und dritten Tag geht der Weg durch das Liesertal nach Himmerod und über Bitburg nach Trier. Der Einzug in die Basilika ist dann samstags um 17.00 Uhr. Nach dem Festhochamt auf dem Freihof am Sonntagmorgen geht die Reise mit dem Bus zurück in den Westerwald.
Im Jahr 2020 fand die Wallfahrt pandemiebedingt erstmals über das Internet statt. Die Pilger und Pilgerinnen teilten ihre Gedanken zum Wallfahrtsmotto in Betrachtungen per E-Mail mit. Wie bereits im 17. Jahrhundert pilgerte, als das Beherbergungsverbot aufgehoben wurde, dann eine kleine Gruppe nach Trier.
Am Samstag vor dem Dreifaltigkeitssonntag fahren die Buspilger nach Trier. Hier werden einige der Betrachtungen der Frühjahrswallfahrt aufgegriffen und gemeinsam gebetet und gesungen. Es findet dann eine Festmesse in der Basilika statt, zu der auch andere Bruderschaften mit Buspilgern kommen.
Eine dritte Wallfahrt findet im Oktober statt. Diese wurde erstmals 1989 durchgeführt. Helmut Rankenhohn aus Asbach und Josef Hülder aus Windhagen haben viele neue Wege durch die Eifel gesucht, damit der komplette Weg bis nach Trier „gegangen“ werden kann, ohne auf Bus oder Bahn umsteigen zu müssen. Heute beginnt die Herbstwallfahrt immer am ersten Montag im Oktober und führt über Linz und das Ahrtal in die Eifel. Nach sechs langen Pilgertagen erreichen die Wallfahrer die Basilika St. Matthias. Auch auf dieser Wallfahrt betrachten wir das jeweilige Jahresmotto. Sonntags, nach dem Festhochamt, geht es mit dem Bus zurück nach Hause.
Allen diesen Wallfahrten liegt zugrunde, dass die Pilger die Gebetsanliegen der Mitchristen zu Hause mit auf den Weg nehmen und damit den Grundgedanken der ersten Pilger weiterleben. Hierzu zählt auch das Gebet für die Beendigung der Pandemie und natürlich die Genesung aller Kranken. Auch heute noch wird hierzu eine Kerze in der Basilika geopfert, die das ganze Jahr über für unsere Anliegen brennt.
Seit 2012 pilgern auch einmal im Jahr die Firmlinge des Seelsorgebereiches nach Trier. Dies jedoch im Rahmen der Firmvorbereitung und nicht im Versprechen der Bruderschaft, den Hl. Matthias um Fürbitte für die guten und schlechten Zeiten im Leben anzubeten. Aus dieser Wallfahrt haben bereits einige der Jugendlichen den Weg zu einer der anderen Wallfahrten und damit zum Hl. Matthias und dem Versprechen der Pilgerväter aus dem Jahre 1722 gefunden.
Hildegard Börder
Brudermeisterin
Chronik ab 2020 fortlaufend
Bedingt durch Corona fand im Jahr 2020, das unter dem Leitwort „Pilgerwege im Herzen“ stand, die Frühjahrswallfahrt erstmals „digital“ statt. In der Zeit von Ostern bis zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt haben viele Pilgerinnen und Pilger jeweils eine Betrachtung über einen E-Mail-Verteiler an alle Interessierten versendet. Dies war eine ganz neue Erfahrung, und so konnten auch viele Pilger teilnehmen, die sonst nicht mehr zu Fuß mitgehen können. Die Firmwallfahrt und die Buswallfahrt sind komplett ausgefallen, die Herbstwallfahrt konnte dann stattfinden.
Auch im Jahr 2021 konnte die Frühjahrswallfahrt nicht in Präsenz durchgeführt werden. Aber auch in diesem Jahr hatten sich 17 Pilger bereit erklärt, ihre Gedanken zum Wallfahrtsmotto „Schaut hin“ mit allen Mitgliedern und interessierten Pilgern der Bruderschaft zu teilen. Die Buswallfahrt musste auch 2021 ausfallen. Im Herbst waren dann wieder Wallfahrten möglich, sodass die Herbstwallfahrt und auch die Firmwallfahrt in Präsenz stattfinden konnten.
2022 haben wieder alle Wallfahrten in Präsenz stattgefunden. Das Leitwort lautete „Führe mich in deiner Treue“. Im Frühjahr sind sowohl die Firmlinge nach Ostern als auch die Pilgerinnen und Pilger an Christi Himmelfahrt wie immer gestartet. Im Nachgang zur Frühjahrswallfahrt kam es bei einigen Pilgern zu Coronaerkrankungen. Die Buswallfahrt fand nach zwei Jahren Pause auch wieder statt, jedoch mit einer wesentlich geringeren Zahl an Mitpilgern. Die Herbstwallfahrt wurde ebenfalls durchgeführt. Hier waren bereits mehrere Pilger coronabedingt kurzfristig ausgefallen. Das Virus hatte uns also weiter im Griff, sodass eine Wallfahrt nach Trier mit dem Gelübde, eine Pandemie abzuwenden, wichtiger denn je war.
Außerdem haben wir im Jahr 2022 unser 300-jähriges Jubiläum in Neustadt gefeiert. Im Rahmen des Bruderschaftstages wurde eine Hl. Messe in der Pfarrkirche St. Margarita und anschließend der Festakt im Bürgerhaus in Neustadt gefeiert.
Unter dem Leitwort des Jahres 2023 „Was wir gesehen und gehört haben“ sprachen wir über die Erfahrungen, die jeder persönlich in seinem Umfeld mit Kirche und Glauben gemacht hat. Außerdem wird seit diesem Jahr an unserem Gedenkstein unterhalb der Burg Rennenberg, der anlässlich des Jubiläums im Mai durch unseren Präses Stephan Schwarz und Pfr. Peter Strauch eingesegnet wurde, eine Statio für die Verstorbenen der Bruderschaft gehalten. So bleiben wir mit den Pilgern der früheren Jahrhunderte verbunden.
Bei der Frühjahrswallfahrt wechselten die Wegeleitung und die Leitung der Küche. Bei der Firmwallfahrt war Pfr. Dariusz Glowacki als geistlicher Begleiter mit auf Wallfahrt. So konnten wir auch erstmals einen Pastor als Erstpilger in Trier anmelden. Auf der Herbstwallfahrt führte das bewährte Team, und für die Buswallfahrt hatte sich ebenfalls ein Team aus drei Frauen gefunden, die den Tag gestalteten. Hierzu zählte neben der Wallfahrt und der Teilnahme an der Hl. Messe in Trier auch ein Besuch der frisch renovierten Kirche St. Gangolf in der Stadt Trier. Der Bruderschaftstag 2023 fand im Kloster Heisterbach statt. Somit konnten alle geplanten Veranstaltungen durchgeführt werden.
Chronik 2024
Das Leitwort des Jahres 2024 lautete „Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn“.
Insgesamt sind wir mit 58 Fußpilgern in zwei Wallfahrten und 45 Buspilgern zum Apostelgrab gepilgert. Wir hatten vier Erstpilger, davon zwei Kinder, und vier Jubilare. Außerdem wurden drei neue Mitglieder in die Bruderschaft aufgenommen. Die Buswallfahrt konnte wieder einen starken Zulauf verzeichnen, was der Werbung für unsere Bruderschaft im Bereich Horhausen zu verdanken war. Horhausen gehört grundsätzlich zur Pfarrei Neustadt/Wied, war aber bisher von uns nicht einbezogen worden. Nachdem wir hier die Bruderschaft vorgestellt hatten, hatten wir einige Pilger aus diesem Einzugsgebiet bei der Buswallfahrt und bei der Herbstwallfahrt. Eine Firmwallfahrt fand nicht statt und ist erst wieder für 2025 geplant.
Bei allen Wallfahrten werden weiterhin Rosenkränze gebetet, bei denen jedoch statt des Wortes „gebenedeit“ das deutsche Wort „gesegnet“ gebetet wird.
Diese anfänglich ungewohnten Gebetszeilen sind den Pilgern mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Außerdem werden auch Rosenkränze gesungen, das heißt, dass Taizélieder oder kurze Textzeilen aus anderen passenden Liedern im Wechsel zehnmal gesungen werden und so auch zu einer Meditation, wie beim Rosenkranz, führen.
Monika Prangenberg hat die Wallfahrtsleitung der Herbstwallfahrt zum letzten Mal durchgeführt. Sie ist insgesamt 35 Jahre zum Apostelgrab gewallfahrtet: zunächst als Pilgerin, dann als Unterstützung für Helmut Rankenhohn im Team der Herbstwallfahrt, und im weiteren Verlauf hat sie die liturgische Leitung der Herbstwallfahrt übernommen. Das Küchenteam der Herbstwallfahrt wird auch im kommenden Jahr komplett mit neuen Personen arbeiten. Die Pilger der Herbstwallfahrt und der Vorstand dankten Monika und Walter sowie Monika Kick mit einer Laudatio im Rahmen des letzten Abends auf der Herbstwallfahrt 2024 für ihre viele Arbeit.
Im Jahr 2024 haben wir zum ersten Mal die Krippenwanderung von Ehrenstein nach Neustadt angeboten. Das Matthiasfest fand ebenfalls in Neustadt statt und war gut besucht. Der Bruderschaftstag war in Niederkassel-Mondorf. Dieser wurde von Abt Ignatius geleitet, da seit 2024 auch in Trier ein neues Team für die Pilgerbetreuung zuständig ist. Pater Athanasius ist aus Altersgründen zurückgetreten, und Bruder Thomas sowie Bruder Daniel empfangen zukünftig die Pilger. Abt Ignatius unterstützt sie bei Hl. Messen, die im Rahmen der Bruderschaftsversammlungen gefeiert werden.
Chronik 2025
Das Leitwort des Jahres 2025 „Pilger der Hoffnung – tut, was er euch aufträgt“ war die Fortsetzung der Jahreslosung aus 2024. Es ging noch einmal um Hoffnung. Angelehnt an das Wort von Papst Franziskus, der das Jahr 2025 als Heiliges Jahr mit dem Motto „Pilger der Hoffnung“ ausgerufen hatte, hatte die Erzbruderschaft das Wort aus der Bibel hinzugefügt: „Tut, was er euch aufträgt.“ Hoffnung kann sich nur erfüllen, wenn jemand da ist, der hilft und unterstützt, damit es eben nicht bei einem unerfüllten Gefühl bleibt.
Die diesjährige Frühjahrswallfahrt war komplett neu geplant. Wir haben den Weg aus der Eifel verlegt, da es kaum noch Quartiere gibt. Der Weg führte uns daher von Windhagen zur DJH Ahrweiler, am zweiten Tag über Niederdürenbach und das Kloster Maria Martental zur DJH nach Cochem. Von dort ging es dann am letzten Tag nach Trier.
Es wurde zum ersten Mal parallel eine Fahrradwallfahrt angeboten, die auch sehr gut angenommen wurde. Die Fuß- und Radpilger trafen sich zu den Gottesdiensten und zu den Mahlzeiten, und natürlich wurde gemeinsam in den Jugendherbergen übernachtet.
Yvonne Halfar hat die Wallfahrtsleitung der Herbstwallfahrt zum ersten Mal durchgeführt. Das Küchenteam der Herbstwallfahrt wurde ebenfalls umbesetzt. Ulrike Osswald und Gerald Muss waren neu im Team und wurden durch Achim Keil in ihre neuen Aufgaben eingeführt. Die Pausen wurden bei beiden Wallfahrten von drei auf zwei und streckenbedingt auch schon einmal auf eine Pause reduziert. Dies wurde sehr positiv aufgenommen, da es sich mit „vollem“ Bauch schlecht pilgern lässt. Etwas Obst oder ein Riegel sind für eine kurze Pause ausreichend. Dafür wurde gut gefrühstückt, und es gab ja auch jeden Abend warmes Essen in den Unterkünften. Dieses Konzept soll auch weiterhin so durchgeführt werden.
Insgesamt sind wir mit 57 Fußpilgern und 6 Radpilgern in zwei Wallfahrten sowie mit 35 Buspilgern zum Apostelgrab gepilgert. Wir hatten acht Erstpilger, davon ein Kind, und insgesamt sechs Jubilare. Außerdem wurden zwei neue Mitglieder in die Bruderschaft aufgenommen. 2025 fand auch wieder eine Firmwallfahrt statt, die von Pfr. Glowacki als geistlichem Begleiter unterstützt wurde.
Die Krippenwanderung 2025 stand unter dem Motto „Engel“ und war leider sehr verregnet. Aber alle, die mitgegangen sind, waren von den Impulsen sehr angetan. Somit werden wir weiterhin am ersten Sonntag im Jahr eine Krippenwanderung anbieten. Das Matthiasfest fand in Windhagen statt und der Bruderschaftstag in Kobern-Gondorf. Dort waren wir mit unserer Bruderschaft mit 15 Personen vertreten.